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Lebendige Vorgärten – statt Schotter

Grauer Storchschnabel

Schotterbeete bieten nichts für die Natur, das wurde im letzten Artikel dieser Reihe bereits erläutert. Heute geht es um bunte Alternativen im Beet, die wenig Arbeit machen.

Das Problem mit der Pflege ist meist das „Unkraut“ – wie kann also der Wuchs der ungewünschten Wildpflanzen verringert werden? Je mehr unbedeckte Erde in einem Beet vorhanden ist, umso leichter kann sich Unkraut ansiedeln: es bekommt Wasser und Nährstoffe wie die Nachbarpflanzen auch und genügend Licht.

Hier kann man ansetzen, indem man dem Kraut die Wuchsbedingungen verschlechtert. Das gelingt z.B. über eine dicke Mulchschicht, z.B. mit Rindenmulch. Dieser wird jedoch von vielen Stauden und auch Rosen nicht gut vertragen. Stattdessen wäre eine Abmagerung des Bodens, verbunden mit einer dafür geeigneten Bepflanzung sinnvoll; hier kann man z.B. Kalksplitt oder Betonkies als Mulchdecke verwenden; diese sollte aber, wenn die Pflanzen eingewachsen sind, optisch nicht im Vordergrund stehen.

Und welche Pflanzen fühlen sich darin wohl? Der stickstoffliebende Löwenzahn jedenfalls nicht, dafür aber z.B. Schafgarben (gibt es in verschiedenen Farben), Katzenminze, Lavendel, Bart- und Spornblume, Nelken, Gräser und Goldlack, Prachtkerze und Grauer Storchschnabel (der gar nicht grau aussieht, siehe Foto), Schleifenblume und Purpur-Leinkraut, Polsterphlox, Küchenschelle und Steppen-Salbei, Ehrenpreis und Königskerze, und viele weitere. Auch viele Blumenzwiebeln wachsen gut in einem mageren Untergrund; einige sind dadurch sogar dauerhafter als in einem humosen Gartenboden, da im Kies keine Staunässe entsteht, die Blumenzwiebeln nicht gut vertragen. Das gilt übrigens auch für die meisten mediterranen Stauden.

Der Bund der deutschen Staudengärtner hat Staudenmischpflanzungen entwickelt, die in der jeweiligen Zusammensetzung sehr pflegearm und dennoch das ganze Jahr über attraktiv sind. Diese werden im nächsten Artikel ausführlich vorgestellt.

Text und Bild von Nathalie Franzen, Dorfplanerin